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„Adentskalender voller guter Taten“

Der „Adventskalender voller guter Taten“ des Bayerischen Sozialministeriums zeigt beeindruckende Beispiele,
wie wir einander gerade in der Vorweihnachszeit Zuwendung und Zeit schenken können.



Jeden Tag wird auf der Facebook-Seite „Unser Soziales Bayern“ ein Türchen geöffnet,
hinter dem wir wertvolle Vorbilder finden, die Freude und Abwechslung bringen.



Thema des Monats

Adventsbrief von Franz Wölfl

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Ihnen den gleichen Wunsch haben wie ich, nämlich, dass das Jahr 2020 bald Geschichte sein möge. Die Corona-Pandemie – vor einem Jahr noch unvorstellbar – hat unser Leben verändert. Der Boden, auf dem wir stehen, ist brüchig geworden. Die gewohnte Stimmung in der Adventszeit mag nicht so richtig aufkommen, auch wenn in Städten und Gemeinden auf Lichtdekorationen und große Christbäume nicht verzichtet wird.

In den letzten Tagen wurde ich immer wieder gefragt, wie die LSVB zu den geplanten bzw. nicht geplanten Besuchsregelungen an Weihnachten in unseren Altenpflegeheimen steht. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Zum einen darf die aktuelle Entwicklung der Neuinfektionen und die der Todesfälle nicht außer Acht gelassen werden. Je älter man ist, desto größer ist das Risiko, dass eine Infektion mit dem Corona-Virus schwerwiegend verläuft. Zum anderen muss der (gemeinschaftliche) Wunsch der Betroffenen, also der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Altenpflegeheime, berücksichtigt werden. In den Altenpflegeheimen gibt es Bewohnervertretungen, die in Angelegenheiten des Betriebs der stationären Einrichtungen mitwirken. Es ist Aufgabe der Heimleitungen, die Bewohnervertretungen beim Erlass von Besuchsregelungen zu beteiligen. Und es ist Aufgabe der Behörden der Heimaufsicht, darüber zu wachen, dass die Heimleitungen auch entsprechend verfahren. Schließlich ist der Wunsch jeder Bewohnerin und jedes Bewohners zu respektieren, ob man besucht werden will oder nicht. Mit dem Einzug in ein Altenpflegeheim geben die alten Menschen ihr Recht auf Eigenverantwortung und Selbstbestimmung nicht an der Rezeption ab; die Bewohner*innen sind zwar alt, aber nicht entscheidungsunfähig. Wenn ich alles mit und gegeneinander abwäge, komme ich zu dem Schluss, dass bei Vorliegen überzeugender Hygienekonzepte einschließlich notwendiger organisatorischer Vorkehrungen seitens der Heime den Heimbewohnern*innen ihr Recht, besucht zu werden, nicht vorenthalten werden darf. Das Gleiche gilt für Besuche der Heimbewohner*innen bei ihren Angehörigen.

In organisatorischer Hinsicht erscheint es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass die Besuche in eigens eingerichteten Zimmern, möglichst nahe des Eingangsbereichs, stattfinden können. Unabdingbar ist, dass die Besucher*innen und die Heimbewohner*innen (wirksame!) FFP 2-Masken tragen. Außerdem sind vor dem Betreten der Heime Schnelltests durchzuführen. Die Bayerische Staatsregierung spricht sich seit Tagen für Besuchsregelungen an Weihnachten aus. Es fällt daher in ihren Aufgabenbereich, dafür zu sorgen, dass entsprechende Schnelltests von den Heimen zur Verfügung gestellt werden können. Soweit die Heime sich wegen Personalmangels außer Stande sehen, diese Schnelltests durchzuführen, sollte auf mobile Einsatzteams zurückgegriffen werden. Das Argument, dass hierfür die Zeit zu kurz sei, ist fehl am Platze. Dass eine zweite Corona-Welle kommen wird, war abzusehen, und dass Weihnachten auch 2020 am 24, 25. und 26. Dezember stattfindet, gehört zum Allgemeinwissen.

Das Leben ist ein Abenteuer, das nie endet. Aus diesem Grunde nützt es nichts, nur zurück zu schauen. Wir müssen den Blick nach vorne richten. Und ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Wenn nichts absolut Unvorhersehbares passiert, dann kann mit den Impfungen gegen das Corona-Virus noch im Januar 2021 begonnen werden. Ich jedenfalls hoffe, nein ich bin mir sogar sicher, dass wir Ende 2021 wieder zu unserem gewohnten Leben zurückkehren können.

Auch in der Krise, die an Heiligabend nicht vorbei sein wird, dürfen wir uns freuen und lachen. Schämen Sie sich nicht dafür, dass Sie Momente des Glücks haben in diesen Tagen – genießen Sie sie.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Weihnachtsfeiertage und alles Gute, vor allem Gesundheit, im neuen Jahr.

Mit besten Grüßen

Ihr
Franz Wölfl